Ein rundum gelungener Bildungsurlaub

Trier – Mitte Juli 2016 führten die beiden Brandenburger Jugendoffiziere aus Cottbus und Strausberg, Hauptmann Jürgens und Hauptmann Schmidt, eine mehrtägige Seminarfahrt nach Trier durch.  In Kooperation mit Frau Rentsch vom politischen Bildungsforum Brandenburg der Konrad Adenauer Stiftung aus Potsdam wurde eine fünftägige Reise für Fachlehrer aus Brandenburg und Berlin sowie politisch Interessierten Bürgern organisiert. Der Schwerpunkt der Reise lag darauf, Meilensteine der Europäischen Integration kennenzulernen sowie die Schlacht von Verdun als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts erlebbar zu machen und diese Aspekte als Ausgangspunkte für die Gestaltung der heutigen europäischen Sicherheitskultur zu vermitteln.

„Klein Amerika“ in Rheinland-Pfalz

Erstes Ziel der Reise war die Militärbasis Ramstein. Vor Ort wurde die Gruppe wir mit einer Rundreise durch „Klein Amerika“ begrüßt. Zwischen Zahnarzt, Burger King und einem riesigem Flughafen, inmitten der 1400ha großen Liegenschaft liegt das das NATO Hauptquartier Allied Air Command. Dort konnten wir uns über die Aufgaben und die Organisation einer solchen Kommandobehörde informieren. Als Highlight schaute der Chef des Stabes, Generalmajor Siegmann, einige Minuten herein und nahm sich Zeit für eine intensive und sehr offene Fragerunde. Nach einem stärkenden Mittagessen wurde das Tagesprogramm mit einer Stadtführung durch das historische Heerlager der Römer in Trier beendet. Um auch das besondere Lebensgefühl der Römer nicht zu vergessen, konnten wir uns am Abend von den besonderen Vorzügen der Region bei einer Weinverkostung überzeugen.

Am Dienstag ging es nach Luxemburg in die Hauptstadt. Im Masion de L´europe wurden uns die Aufgabenfelder der verschiedenen europäischen Gremien in einem lockerem Gespräch von einem ehemaligen Sprecher der Kommission erläutert. Aus unseren vielen Fragen entwickelte sich anschließend eine offene Diskussion über die Zukunft der EU nach dem Referendum in Großbritannien und über strukturelle Fragen der EU. Als Zentrum einer multikulturellen Region konnten wir uns am Nachmittag in einer Stadtführung ein Bild über die gelebte europäische Idee und die Vorteile einer Zusammenarbeit machen.

Verdun und europäische Einigung

Am Mittwoch wanderten wir weiter auf den Spuren der europäischen Einigung und besuchten die Dreiländer-Stadt Schengen. Neben einer Führung zur Stadtgeschichte und zur europäischen Integration konnten wir in einem offenen Gespräch mit dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt viele kommunale Aspekte der europäischen Einigung klären. Am Nachmittag konnten wir bei einer Schifftour das Gefühl beim Abschluss des Schenger Abkommens nachempfinden, diese wurde vor fast 30 Jahren ebenfalls auf einem Schiff beschlossen.

Ganz im Zeichen der Erinnerung stand der letzte Tag. Verdun, der Ort und das Symbol für den ersten Weltkrieg. Dort konnten wir die enorme Dimensionen des ehemaligen Schlachtfeldes und die Festung Douaumont besichtigen. Im Beinhaus, mit seinen über 15000 Gebeinen und in den folgenden Ausstellungen wurde dieser Schrecken durch viele Exponate und Zeitzeugenaussagen noch besser begreifbar. Das völlig zerstörte Dorf Fleury und die Innenstadt von Verdun zeigten uns, wie tief diese Erinnerung im alltäglichen Umgang der Menschen vor Ort verhaftet ist.

Die nächsten Termine

Es war für uns eine schöne Woche mit vielen interessanten Gesprächspartner und neuen Eindrücken, oder wie es ein Lehrer zusammengefasst hat: „Ein rundum gelungener Bildungsurlaub.“

Sollten Sie daran Interesse haben, nehmen Sie gerne Verbindung mit den zuständigen Jugendoffizieren aus Ihrer Region auf. Für den Bereich Brandenburg und Berlin findet die nächste Weiterbildungsfahrt im Zeitraum vom 16.10. – 21.10.2016 in die belgische Hauptstadt Brüssel statt. Sollte dies Ihr Interesse wecken, so nehmen Sie doch gerne mit dem Jugendoffizier aus Strausberg oder den Jugendoffizieren aus Cottbus Verbindung auf. Wir freuen uns, Sie demnächst auf einer Fahrt kennenzulernen!