Horizonterweiterung

Frankfurt am Main – Im Diskurs mit der Öffentlichkeit stehen, Argumente austauschen, Standpunkt beziehen; das ist das tägliche Geschäft eines Jugendoffiziers. Die wichtigste Aufgabe dabei: nicht „betriebsblind“ werden und Neuem gegenüber aufgeschlossen sein. Aus diesem Grund setzt sich der Förderverein der Jugendoffiziere aktiv dafür ein, sowohl den Kontakt zu Ehemaligen nicht abreißen zu lassen, als auch den eigenen Mitgliedern Möglichkeiten zur Weiterbildung zu geben. Ergebnis dieser Bemühungen sind die mehrmals im Jahr über Deutschland verteilt stattfindenden Netzwerktreffen, bei denen aktive und ehemalige Jugendoffiziere aus der ganzen Republik zusammenkommen.

„Eines unserer stärksten Netzwerke haben wir in der Rhein-Main-Region“, sagt Dr. Robert Krauss, der Vorsitzende des Fördervereins der Jugendoffiziere. „Zusätzlich ist der Leiter der Pressestelle der Fraport AG – Mike Peter Schweitzer – einer unserer Ehemaligen und hat sich bereit erklärt, eine Veranstaltung mit zu organisieren.“ Mit so starker Unterstützung im Rücken entschloss sich der Verein im Frühjahr, die größte Veranstaltung des Jahres in Frankfurt durchzuführen.

Es ist dann der Morgen des 15.09.2016, als sich neben einigen Ehemaligen 15 der derzeit aktiven hauptamtlichen Jugendoffiziere auf den Weg in Richtung Frankfurt machen. Erster Halt ist allerdings in Wiesbaden, wo sich derzeit das Hauptquartier der 7. US-Armee (US Army Europe, kurz USAREUR) befindet. Es hat seinen Sitz in der Lucius-Clay-Kaserne, die nach dem Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, General Lucius D. Clay, benannt ist. Hier wird die Gruppe von einem amerikanischen Guide empfangen, der in der Folge die gesamte Liegenschaft vorstellen wird. Zuerst wird aber für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt; in der Kantine der US Streitkräfte kommen Freunde der amerikanischen Küche voll auf ihre Kosten.

Danach werden die verschiedenen Punkte der Kaserne angesteuert, angefangen vom kleinen Militärmuseum des Stützpunktes bis hin zum Highlight, den hier stationierten Flugzeugen und Hubschraubern. Auch die imposante Kommandozentrale darf ebenso wenig fehlen wie die hochmodernen Sportanlagen. Überall stehen den Jugendoffizieren aufgeschlossene und auskunftsfreudige amerikanische Soldaten als Gesprächspartner zur Verfügung, die einen authentischen Einblick des täglichen Dienstes in den Streitkräften der größten Militärmacht der Welt vermitteln können.

Nach einer herzlichen Verabschiedung geht es für die Gruppe weiter nach Frankfurt, wo sie schon vom Leiter der Pressestelle der Fraport AG empfangen wird. Während einer Führung über das Flughafengelände entwickeln sich angeregte Gespräch mit Mike Peter Schweitzer und anderen Angestellten des Flughafens. Allein die logistischen Herausforderungen der Fraport AG nötigen der Gruppe einigen Respekt ab, immer wieder kommt aber auch das Thema der Öffentlichkeitsarbeit auf. Schnell werden Gemeinsamkeiten entdeckt. Hauptmann Jan Helmchen, Jugendoffizier aus Freiburg, resümiert: „Natürlich kann man den Auftrag eines Pressesprechers nicht mit dem eines Jugendoffiziers vergleichen, trotzdem sind die Arbeitsweisen und täglichen Herausforderungen sehr ähnlich. Das bestärkt meine Kameraden und mich in unserer Arbeit.“

Nach Beendigung der Führung ist dann Zeit für das gemeinsame Abendessen im „Paulaner“ in der Nähe des Flughafens. Hier lassen die Teilnehmer den Tag Revue passieren und haben Zeit, zwanglos Kontakte zu knüpfen. Ehemalige erzählen aus ihrer früheren Arbeit und geben wertvolle Tipps von außerhalb. Das Fazit sowohl der aktiven als auch früheren Jugendoffiziere den Tag betreffend ist durchweg positiv. Dr. Robert Krauss bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Jugendoffizier sein heißt kommunizieren und diese Treffen sind der ideale Ort, um seinen Horizont zu erweitern. Meine Kameraden und ich freuen uns schon auf das nächste Netzwerktreffen.“