Interview: Ein Blick hinter die Kulissen des Deutschen Bundestages

Hauptmann Thomas Schmidt, Jugendoffizier in Strausberg (Brandenburg), hatte im Zeitraum vom 21.09. – 09.10.2015 die Möglichkeit, beim Verteidigungspolitischen Sprecher der SPD Bundestagsfraktion, Herrn MdB Rainer Arnold, ein Praktikum zu absolvieren.
Wir haben Ihm einige Fragen dazu gestellt.

Frage: Wie bist du darauf gekommen ein Praktikum bei einem Abgeordneten zu machen?

Schmidt: Als Jugendoffizier stellt man nicht nur die Bundeswehr und deren Aufgaben vor, sondern erklärt auch viel über das Zustandekommen von politischen Entscheidungen, wie beispielweise die Mandatierung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Daher fand ich es richtig, einmal direkt aus der Innenansicht auf diese Fragen zu schauen. Über ein Praktikum kann man einfach mehr Hintergrundinformationen zu diesen Themen bekommen. Dies hilft mir in der täglichen Arbeit noch bessere Antworten auf Fragen zu geben, weil man eben authentisch darüber berichten kann. Daher gibt uns die Bundeswehr ja auch die Möglichkeit ein solches Praktikum zu absolvieren.

Frage: An welchen Aufgaben hast du denn während deines Praktikums gearbeitet?

Schmidt: Die Aufgaben innerhalb der drei Wochen meines Praktikums waren recht unterschiedlich und vielseitig. Ein Teil meiner Aufgaben bestand zunächst darin, einfach nähere Einblicke in den politischen Ablauf zu bekommen. So konnte ich an den Dienstagen an den vorbereitenden Arbeitsgruppensitzungen der SPD-Verteidigungspolitiker teilnehmen. Am Mittwoch ging es dann in unterschiedliche Ausschüsse, um den Politikern bei Ihrer fachlichen Arbeit richtig über die Schultern zu schauen und zu sehen wie arbeitsteilig unser Parlament ist. Dies erklärt beispielsweise, warum man im Fernsehen meistens so wenige Abgeordnete im Bundestag sieht. An einem Donnerstag hatte ich sogar das Glück eine Regierungserklärung durch Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel live mitzubekommen sowie Zeuge verschiedene Plenardebatten zur Erweiterung eines Bundeswehreinsatzes zu sein.

Frage: Und was war der andere Teil deiner Aufgaben?

Schmidt: Der andere Bereich meiner Aufgaben bestand darin, bei anfallenden Arbeiten im Abgeordnetenbüro die Mitarbeiter zu unterstützen. Angefangen von der Recherche zu politischen/sicherheitspolitischen Themen, Übersetzungen von NATO-Papieren, Beantwortung von Bürgeranfragen zu unterschiedlichen Themen, Postgänge und so weiter. Einen besonderen Auftrag bekam ich direkt zu Beginn des Praktikums von Herrn Arnold persönlich, der mir die Aufgabe gab, für Ihn einen Namensartikel zum Thema „Überlegungen einer Debatten des präventiven Engagements Deutschlands bei weltweiten Krisen und Konflikten“ vorzubereiten. Spannend aber auch herausfordernd.

Frage: Was würdest du sagen, wie sieht so der typische Tag eines Abgeordneten eigentlich aus?

Schmidt: Ich glaube einen typischen Tag für einen Abgeordneten gibt es so nicht. Allerdings sind Sitzungswochen, wenn also alle Abgeordneten nicht im Wahlkreis sondern in Berlin sind, vorstrukturiert. Sie bestehen aus vielen Abstimmungsgesprächen, Teilnahmen an Arbeitsgruppensitzungen, Ausschusssitzungen und natürlich Teilnahmen an Abstimmungen oder Reden im Bundestag. Dazu kommen unterschiedlichen Gespräche die im Büro des Abgeordneten stattfinden, in denen beispielsweise politische Hintergründe und Informationen ausgetauscht werden. Auch viele Abendveranstaltungen finden statt, bei denen der Abgeordnete teilnimmt und dort sein politisches Netzwerk pflegt.

Wir bedanken uns für das Gespräch!

Die Fragen stellten Hauptmann Carl-Philipp Jürgens und Hauptmann Maik Schneider.