Planspiel im Messetrubel

Leipzig – POL&IS, das steht natürlich für „Politik und internationale Sicherheit“. Für die Teilnehmer einer Simulation bedeutet dieses Kürzel aber vor allem 3 Tage voller Verhandlungen, Debatten und weitreichender Entscheidungen. Noch anspruchsvoller wird es, wenn das Ganze vor Publikum stattfindet…

Auch in diesem Jahr sind insgesamt 9 Jugendoffiziere vertreten, als die Messe „modell-hobby-spiel“ am 30.09.2016 in Leipzig ihre Tore öffnet. Sie stehen den interessierten Besuchern als Ansprechpartner oder als Moderator in einem sicherheitspolitischen Quiz zur Verfügung.

Zwei von Ihnen aber haben für die Besucher am Messestand ein ganz besonderes Highlight zu bieten: eine in Echtzeit durchgeführte POL&IS-Simulation. Teilnehmer sind 25 Schüler des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums aus Kamenz, die in den 4 Tagen bis zum 03.10. in der Messehalle erst die Regeln lernen und dann rollenempathisch umsetzen müssen.

„Wir freuen uns, wenn Besucher stehen bleiben“

Als Regierungschef, Staats-, Wirtschafts- oder Umweltminister müssen sie Entscheidungen von globaler Tragweite fällen und sind dabei immer dem kritischen Blick des Messepublikums ausgesetzt. „Hier auf der Messe können wir die theoretischen Kenntnisse aus dem Unterricht erweitern, indem wir sie mit aktivem politischen Engagement verbinden“, zeigt sich der UN-Generalsekretär der POL&IS Welt begeistert. Angesprochen auf den steten Zuschauerstrom zuckt er am zweiten Messetag nur noch mit den Schultern. „Natürlich waren wir am Anfang aufgeregt, aber mittlerweile freuen wir uns, wenn Besucher stehen bleiben, das Geschehen verfolgen und auch die ein oder andere Frage stellen.“

Behandelt wird in der Simulation alles, was derzeit die internationale Gemeinschaft umtreibt: die Ukraine-Krise, der Syrien-Konflikt inklusive dem sogenannten Islamischen Staat und natürlich auch die Flüchtlingskrise. Aber auch ganz lokale Probleme beschäftigen die Vertreter der POL&IS-Regionen: wie soll zum Beispiel der amerikanische Umweltminister dem großen Müllproblem Herr werden?

Einen abschließenden „Gewinner“ gibt es in POL&IS nicht, wohl aber internationale Kontrollinstanzen wie die UN, Weltbank, Weltpresse oder diverse NGOs. Und natürlich die eigene Bevölkerung, denen die Regierung einer jeden Region ein zufriedenes Leben zu garantieren versucht. Mehr als genug zu tun, wie auch der japanische Wirtschaftsminister bemerkt: „Ich kann unmöglich alle Aspekte der Simulation im Blick haben, deswegen ist es wichtig, dass wir uns in einer Region aufeinander verlassen können.“

Geleitet wird die Simulation von Kapitänleutant Tino Mörhing aus Leipzig sowie Hauptmann Mathias Mahr aus Weißenfels. Beide zeigen sich am Ende hochzufrieden. „Wir haben hier auf dem Messestand ein POL&IS, 7 weitere Gesprächspartner und ein sicherheitspolitisches Quiz angeboten, die Besucher waren augenscheinlich sehr zufrieden und interessiert.“, sagt Tino Möhring, während er am Ende des letzten Tages sein Material verstaut und sich auf den verdienten Dienstschluss freut.