Und dann auf der anderen Seite 2: Zu Besuch bei Hauptmann der Reserve Christian Weber

Die Tätigkeit als Jugendoffiziere ist für viele Zeitsoldaten nicht nur ein Höhepunkt ihrer Dienstzeit, für die meisten ist es auch die letzte Verwendung als aktiver Soldat überhaupt. So auch für den ehemaligen Jugendoffizier aus Lüneburg und nun Hauptmann der Reserve Dr. Christian Weber.

Für den promovierten Politikwissenschaftler war schon zum Ende seiner Dienstzeit klar, dass er die Lüneburger Heide verlassen und seine berufliche Zukunft in Berlin finden würde. Schließlich liegt hier der Mittelpunkt des politischen Geschehens. Dabei ist Dr. Weber überzeugt, dass ihm auch die Erfahrungen in der Heide für seine Karriere weitergeholfen haben. „Schließlich muss man die ländlichen Regionen kennen, um zu verstehen, wie Bundespolitik funktioniert“, fasst Weber seine Erfahrungen zusammen. Mittlerweile arbeitet er für den Deutschen Bundeswehrverband, der Interessenvertretung für die Soldaten und zivilen Mitarbeiter. Durch seine dreizehnjährige Dienstzeit und vor allem durch seine Tätigkeit als Jugendoffizier, die ihn u.a. als Presseoffizier nach Mali und für ein POL&IS bis nach Afghanistan geführt hat, verfügt über  Weber einen umfassenden Überblick über die aktuellen Themen und Problemfelder in der Bundeswehr.

Als politischer Referent beim Bundeswehrverband setzt er sich nun im Interesse der über 200.000 Mitglieder des Verbandes dafür ein, Forderungen an die Politik zu formulieren, wie die Bundeswehr verbessert werden kann. Damit ist Weber auch nach seiner Dienstzeit den Streitkräften verbunden geblieben. Das gilt natürlich auch für seine Kameraden aus Jugendoffizierzeiten.

Kennen sich seit dem Studium: Hauptmann Patrick Schult und Hauptmann d.R. Dr. Christian Weber (Foto: Yann Bombecke)

Als er hört, dass der Jugendoffizier aus Aurich, Hauptmann Patrick Schult, aufgrund eines Berlinseminars nach Berlin kommt und einen ehemaligen Soldaten sucht, der über Einsatzerfahrungen in Mali verfügt, sagt Weber natürlich ohne zu Zögern zu.

„Ich habe mich nicht nur über ein Wiedersehen mit Patrick Schult gefreut, sondern auch über das Interesse der Schülerinnen und Schüler an dem Deutschen Bundeswehrverband und an dem Einsatz in Mali“. Gebannt folgen die 30 Jugendlichen den Schilderungen des ehemaligen Jugendoffiziers, der wieder ganz in seinem Element ist. Schließlich ist der Einsatz in Mali immer noch brandaktuell. Aber auch eine Einschätzung zu den Bundestagswahlen und den möglichen Hürden für Koalitionsverhandlungen im Bereich der Verteidigungspolitik sind für die Zuhörer spannend. Wie immer gilt auch hier der Grundsatz, Informationen aus erster Hand zu vermitteln.

Am Ende sind sich sowohl der aktive als auch der ehemalige Jugendoffizier einig, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Schließlich hat sich hier wieder einmal gezeigt, wie groß und belastbar das Netzwerk der Jugendoffiziere ist, denn Kameradschaft kennt kein Dienstzeitende.

Der ehemalige Jugendoffizier ist wieder ganz in seinem Element (Foto: Yann Bombecke)