Zwischen Tornado und Manneken Pis

Eins der Highlights der Tour - Start von Tornados in Kropp

Kropp / Wilhelmshaven / Mons / Brüssel – Vom 09. bis 14. Oktober 2016 nutzten 21 Teilnehmer aus dem Bildungsbereich Sachsens und Sachsen-Anhalts die Möglichkeit, an einem sicherheitspolitischen Seminar der sächsischen Jugendoffiziere teilzunehmen. Begleitet durch Hauptmann Jens Heldner aus Dresden und Kapitänleutnant Tino Möhring aus Leipzig standen die ersten beiden Tage im Zeichen von Bundeswehreinheiten, die unmittelbar an aktuellen Einsätzen beteiligt sind.

Nach der sonntäglichen Anreise nach Kropp war der Fokus des ersten Seminartages ganz auf die Luftwaffe gerichtet. Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ aus Kropp stellt aktuell Kampfflugzeuge des Typs Tornado und Besatzungen für den Einsatz „Counter Daesh“ (Kampf gegen den sog. Islamischen Staat) ab, bei dem die Flugzeuge in der Aufklärungsvariante eingesetzt werden. Nach vielen interessanten Gesprächen mit Piloten, Technikern und Luftbildauswertern stellte die Startphase von drei Tornados ein absolutes Highlight dar.

Der zweite Tag war maritim geprägt und führte die Seminargruppe nach Wilhelmshaven zur Einsatzflottille 2, in der die größten Schiffe der Deutschen Marine beheimatet sind. Die Besichtigung der Fregatte „Schleswig Holstein“ stellte eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, mit einsatzerfahrenen Soldaten über den Umgang mit Flüchtlingen bei der Mission EUNAVFOR MED „Sophia“ zu sprechen. Das Schiff war während der Mission im Mittelmeer Ort der Geburt eines kleinen somalischen Flüchtlingsbabys. Der gewählte Vorname „Sophia“ wurde mit viel Hoffnung auf eine Verbesserung der humanitären Situation im Mittelmeer ausgewählt und ist seither der Beiname der Mission.

Ein Schwerpunkt der Reise waren zudem die politischen Institutionen, die maßgeblich an den Entscheidungsprozessen für internationale Missionen beteiligt sind. Das NATO-Hauptquartier SHAPE (Supreme Headquarter Allied Powers in Europe) in Mons war der erste Anlaufpunkt in Belgien. Der dritte Seminartag war vollgepackt mit Informationen und Diskussionen über die aktuellen Entwicklungen der Staaten des Nordatlantikvertrages. Tags darauf konnte dieses Wissen über ein System kollektiver Sicherheit mit dem Besuch des Europäischen Parlamentes sowie des Rates der Europäischen Union erweitert werden. Brüssel hat jedoch mehr zu bieten als politische Instanzen und so war es bei einer launigen Stadtführung möglich, auch in die Geschichte der belgischen Hauptstadt einzutauchen.

Nach vier ereignisreichen Tagen konnte die Seminarfahrt schließlich mit der Rückfahrt nach Leipzig und Dresden abgeschlossen werden. Das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigt, dass die Aktualität und Brisanz der ausgewählten Themen einen Mehrwert für alle Beteiligten darstellt. Auch im kommenden Jahr wird es wieder zwei Auslandsseminare der sächsischen Jugendoffiziere geben, die im Februar und Oktober stattfinden werden. Nähere Informationen dazu werden auf der Präsenz der Jugendoffiziere Sachsen eingestellt.