Berliner Sicherheitskonferenz: Politik zum Anfassen

Der US-amerikanische Generalleutnant a. D. Ben Hodges (2. v.r.)
diskutiert die aktuellen Ereignisse im Asowschen Meer mit den
Jugendoffizieren
(Quelle: Bundeswehr/Alexander Willing)

Berlin
Sie sind die Referenten zum Thema Verteidigungs- und Sicherheitspolitik und müssen für Vorträge und Diskussion stets auf dem aktuellen Stand sein – die hauptamtlichen Jugendoffiziere der Bundeswehr.

Jetzt haben sich 13 von ihnen am 27. und 28. November auf der Berliner Sicherheitskonferenz über aktuelle Herausforderungen in diesem Bereich informiert.

Besondere Highlights für die Jugendoffiziere waren der Vortrag der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, des deutschen und niederländischen Generalinspekteurs sowie das gut einstündige persönliche Gespräch mit dem ehemaligen Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Streitkräfte in Europa – Generalleutnant a. D. Frederik Benjamin „Ben“ Hodges.

Die Jugendoffiziere diskutierten mit ihm nicht nur über die aktuelle Situation im Asowschen Meer, sondern auch über die Rolle Deutschlands in der Bündnisverteidigung. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass der General ein starker Unterstützer sowohl der NATO als auch Deutschlands ist und die Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeiten – auch im Rahmen der Europäischen Union – für richtig halte.

Deutschland müsse mehr in Verteidigung investieren, forderte Hodges. Allerdings empfahl er auch, die zwei Prozent nicht ausschließlich auf die Verteidigungsausgaben zu beziehen, sondern vielmehr zu schauen, womit Deutschland sonst noch einen Beitrag für die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses leisten könne. „Ich brauche keine weiteren Panzer- oder Artilleriebataillone, ich brauche mehr Transportzüge und eine höhere Entladekapazität beispielsweise in Bremerhaven.“ Damit spielte der General auf die nur noch begrenzt verfügbaren Bahntransport- und Hafenkapazitäten an, von denen mehr benötigt würden, wenn eine Krise in Europa die Verlegung amerikanischer Truppen erforderlich mache.

Am Ende der Konferenz zeigten sich die Jugendoffiziere begeistert. „Die Berliner Sicherheitskonferenz war für mich wieder ein Gewinn. Sowohl auf fachlicher als auch auf menschlicher Ebene hielt sie wertvolle Inspirationen für mich bereit. Nicht zuletzt deshalb, weil man vieles von dem, was man dort auf persönlicher Ebene miterlebt, nicht einfach in Fachpublikationen nachlesen kann“, resümierte der Kölner Jugendoffizier Kapitänleutnant Moritz Brake.