Eine POL&IS-Simulation in Coronazeiten – lehrreich und fordernd

Wir schreiben das POL&IS Jahr 2: „Arabien hat uns wichtige Energielieferungen versprochen und hält sich jetzt nicht daran, daher sehen wir uns gezwungen, Arabien den Krieg zu erklären!“ China macht bereits früh in der Simulation ernst. Während in der „echten Welt“ das Jahr 2020 auch große Veränderungen mit sich gebracht hat, versucht die POL&IS-Welt nun die Aggression Chinas mittels einer UN-Resolution zu beantworten.

Die großen Veränderungen durch die Corona-Pandemie sind auch bei der POL&IS-Simulation an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg (HfPolBW) spürbar. Gemeinsam mit 33 angehenden Polizeikommissaren simulierten Jugendoffiziere aus Baden-Württemberg und Hessen vom 10. bis 12. Juli 2020 das internationale Weltgeschehen. Wenn sonst die Staatsminister dicht gedrängt um die Weltkarte stehen, sitzen sie nun mit Abstand in Tischreihen und beobachten das Geschehen auf der Weltkarte über die Beamer Projektion.

Zwar gelingt es dem UN-Sicherheitsrat nicht eine Resolution gegen China zu erlassen – sie scheitert am chinesischen Veto- dennoch ist Hauptmann Stefan Gram zufrieden, wie die Simulation sich entwickelt: „POL&IS ist kein Spiel, wo es darum geht zu gewinnen und es hat auch nicht zum Ziel, jeden Konflikt zu lösen; unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen erfahren, warum nicht alle Konflikte seitens der UN gelöst werden können, und genau das kann unsere POL&IS Simulation bieten.“

Der Hauptraum: Auch innerhalb der Regionen wird auf Abstand geachtet.

Auch die Organisatoren der Veranstaltung von Seiten der Polizei, Herr Polizeihauptkommissar Andreas Beier und Herr Professor Dr.  Johannes Holz, sehen in der Simulation viele Vorteile für die Studierenden, die sich freiwillig für dieses Wahlmodul anmelden können und es als eines der Highlights im aktuellen Hauptstudium ansehen. „POL&IS bietet die Möglichkeit, eine Rolle bewusst anzunehmen und sich in diese hineinzuversetzen“, so die beiden Dozenten. Zudem lassen sich Stresssituationen simulieren, unter denen schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen, die im späteren Verlauf des Planspiels sichtbare Auswirkungen haben. Dass dies eine gute Übung für den späteren Dienstalltag als Polizist ist, darüber sind sich die Generalsekretärin der UN und die Staatsministerin Russlands einig.

Trotz dass man die  Einschränkungen durch die Corona Pandemie spürt, die sich durch erforderliche Hygieneabstände, dauerhaftes Belüften der Simulationsräume und das Entfallen vom Verschieben und Tauschen der Spielsteine an Weltkarte und Börse bemerkbar machen, so sind sich sowohl die Organisatoren der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg, die durchführenden Jugendoffiziere und vor allem die Studierenden einig: Es war gut, dass die Simulation nicht ausfallen musste und dass sie den angehenden Polizeikommissaren kognitiv viel abverlangt hat, denn sie konnten dadurch für ihren zukünftigen Dienstalltag letztendlich viel mitnehmen.

 

 

Patrick Hehmann                                                         Stefan Gram

Bezirksjugendoffizier Baden                                        Jugendoffizier Freiburg

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