Sammelband: „Front – Binnenraum – Flucht!
Wehrhaftigkeit in Deutschland im 21. Jahrhundert zwischen Verteidigung, Resilienz und Schutz
Ziel des Sammelbandes
Jugendoffiziere verfügen in der Regel über ein Hochschulstudium, eine mehrjährige Ausbildung sowie militärische Führungs- und mitunter Einsatzerfahrung. In Kombination mit ihrer kontinuierlichen Dialogpraxis entsteht eine besondere Perspektive: akademisch fundiert, praxisnah und eng am „Stimmungsbild“ sicherheitspolitischer Debatten in Deutschland.
Auf dieser Grundlage soll der Sammelband zeigen, wie Wehrhaftigkeit in Deutschland im 21. Jahrhundert als Zusammenspiel von militärischer Verteidigungsfähigkeit, ziviler Resilienz im Binnenraum und humanitär-rechtsstaatlicher Handlungsfähigkeit im Kontext von Flucht verstanden und praktisch gestaltet werden kann – im Bündnis und
in einer demokratischen, pluralen Gesellschaft.
Der Sammelband entsteht in Kooperation mit dem Clausewitz Netzwerk für Strategische Studien und dem Defence Horizon Journal.
Gesucht: Autorinnen und Autoren
Wir laden aktive und ehemalige Jugendoffiziere ein, Beiträge für den Sammelband zu liefern.
Rahmen: drei Perspektivräume mit Deutschlandfokus
1) Front
Verteidigung, Kriegführung, Abschreckung – Deutschlands Rolle im Bündnis
- Deutschlands Beitrag zu NATO und EU: Erwartungen, Fähigkeiten, Interoperabilität
- Abschreckung, Verteidigungsfähigkeit, Eskalationsmanagement: strategische Logik und politische Kommunikation in Deutschland
- Strategische Autonomie Deutschlands und Europas im Bündnis: Wie funktioniert Abschreckung, wenn sich die USA stärker auf den Indo-Pazifik konzentrieren? Welche Anforderungen folgen daraus für europäische Eigenständigkeit, Lastenteilung, Fähigkeiten und Entscheidungsprozesse?
- Fähigkeitsentwicklung der Bundeswehr (Land, Luft, See, Cyber, Weltraum) und Lehren aus aktuellen Konflikten
- Militärische Logistik und Durchhaltefähigkeit im modernen Kriegsbild: Versorgung, Instandsetzung, Munitions- und Ersatzteilketten, Schutz und Resilienz der rückwärtigen Räume
- Rüstung, industrielle Basis, Beschaffung und Innovationsfähigkeit in Deutschland
- Rechtliche und ethische Dilemmata der Gewaltanwendung aus deutscher Perspektive
2) Binnenraum
Resilienz, Gesamtverteidigung, gesellschaftliche Kohäsion – Deutschlands Handlungsfähigkeit nach innen
- Zivile Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement: Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Kommunen
- Kritische Infrastruktur in Deutschland (Energie, Kommunikation, Verkehr, Gesundheit): Schutz, Redundanz, Wiederanlauf
- Logistische Herausforderungen des Binnenraums: Versorgungssicherheit und Krisenlogistik im deutschen Raum, Transport- und Umschlagkapazitäten, Military Mobility sowie Host Nation Support (Aufnahme, Durchleitung und Unterstützung
alliierter Kräfte) - Informationsraum: Desinformation, strategische Kommunikation, Medienkompetenz und Vertrauen in Institutionen
- Demokratiefestigkeit: Polarisierung, Extremismusprävention, Streitkultur und Wehrhaftigkeit der Demokratie
3) Flucht
Schutz, Aufnahmefähigkeit, Ordnung und Humanität – deutsche Praxis und europäische Einbettung
- Fluchtbewegungen und ihre Bedeutung für Deutschlands Sicherheit, Innenpolitik und Außenpolitik
- Rechtliche Grundlagen und Umsetzungspraxis in Deutschland (Asyl, Schutzstatus, Verfahren)
- Kommunen als Schlüsselakteure: Aufnahme, Integration, Ressourcen und gesellschaftliche Aushandlung
- Instrumentalisierung von Migration, Grenz- und Schutzpolitik: Folgen für Deutschland und Europa
- Humanitäre Hilfe, Schutzkonzepte und die Balance von Humanität und Sicherheit
Einordnung des Rahmens: Beiträge können einem Perspektivraum zugeordnet sein oder Brücken zwischen mehreren Räumen schlagen. Leitperspektive ist jeweils: Was bedeutet das für Deutschland – politisch, militärisch, gesellschaftlich und praktisch? Vergleichende oder internationale Perspektiven sind willkommen, wenn sie einen klaren Deutschlandbezug herausarbeiten.
Beitragsformate
Für die Veröffentlichung nutzen wir die Formatvorgaben und Templates des Defence Horizon Journal. Die Veröffentlich kann auf Deutsch oder Englisch erfolgen. Die konkrete Zuordnung des Beitrags zu einem Format erfolgt nach der Abstract-Phase gemeinsam mit der Redaktion.
Begutachtung
Alle angenommenen Vollbeiträge durchlaufen ein double-blind Peer-Review-Verfahren. Wir nutzen hierfür das etablierte Peer-Review-Verfahren sowie das Peer Review Board des Defence Horizon Journal (Akademiker und Praktiker).
Einreichung: zweistufig
1) Abstract (300–500 Wörter)
Bitte enthalten:
- Arbeitstitel
- Zuordnung zu Front / Binnenraum / Flucht (oder verbindend)
- Leitfrage und Kernthese(n)
- kurzer Hinweis zum Zugang (Methodik/Material, falls relevant)
- Kurzvita (max. 100 Wörter) und 3–5 Stichworte
2) Vollbeitrag
Nach Einladung durch die Herausgeberinnen und Herausgeber; anschließend Einreichung im DHJ-Format gemäß den dortigen Vorgaben und Templates.
Zeitplan
- Abstract-Deadline: 15. Mai 2026
- Rückmeldung/Einladung: 15. Juni 2026
- Vollbeitrag-Deadline: 30. September 2026
- Peer Review & Feedback: Oktober/November 2026
- Finale Einreichung: 31. Dezember 2026
Einreichung und Kontakt
Bitte senden Sie Abstracts mit Betreff „CfP Front–Binnenraum–Flucht: Abstract” an:
